Fahrschule & Neurodivergenz

Autismus, ADHS oder eine andere Art der Reizverarbeitung müssen kein Hindernis für den Führerschein sein. Manchmal braucht es einfach eine Fahrausbildung, die anders funktioniert.

Neurodivergenz

  • Hochbegabung
  • Autismus
  • Tourette-Syndrom
  • Dyskalkulie
  • Dyslexie
  • AD(H)S

Vielleicht fällt es dir schwer, gleichzeitig auf den Verkehr zu achten, Anweisungen zu verarbeiten und das Fahrzeug zu bedienen. Vielleicht überfordern dich viele Reize auf einmal. Vielleicht brauchst du klare Abläufe, mehr Wiederholungen oder möchtest vorher genau wissen, was in der nächsten Fahrstunde passiert. Oder du hast in einer anderen Fahrschule die Erfahrung gemacht, dass dein Verhalten als Desinteresse, Unaufmerksamkeit oder fehlende Motivation verstanden wurde.

Bei mir musst du nicht so lernen wie alle anderen. Wir schauen, wie du am besten lernen kannst.

Wenn Fahrschule mehr Kraft kostet

Eine Fahrstunde ist eine ziemlich anspruchsvolle Situation.

  • Verkehr beobachten.
  • Schilder wahrnehmen.
  • Spiegel kontrollieren.
  • Geschwindigkeit einschätzen.
  • Entscheidungen treffen.
  • Das Fahrzeug bedienen.

Und gleichzeitig spricht neben dir noch jemand.

Für Menschen mit ADHS, Autismus oder einer anderen Form von Neurodivergenz kann diese Menge an Informationen besonders herausfordernd sein. Das bedeutet nicht automatisch, dass du nicht fahren kannst. Es kann bedeuten, dass wir die Art, wie wir es lernen, anpassen müssen.

Was dir beim Lernen helfen kann

Es gibt nicht die eine Methode, die für jeden neurodivergenten Menschen funktioniert. Deshalb möchte ich zunächst herausfinden, was dir hilft. Vielleicht sind es:

  • klare und direkte Anweisungen
  • möglichst wenig unnötiges Reden während anspruchsvoller Situationen
  • Abläufe, die wir vorher besprechen
  • feste Routinen
  • einzelne Schritte statt vieler Informationen gleichzeitig
  • Wiederholungen, ohne dass daraus Druck entsteht
  • kurze Erklärpausen
  • eine klare Rückmeldung dazu, was bereits funktioniert und woran wir noch arbeiten
  • die Möglichkeit, Fragen auch mehrmals zu stellen

Und vielleicht brauchst du etwas ganz anderes. Du kennst dich selbst am besten. Wenn du bereits weißt, was dir beim Lernen hilft oder was dich schnell überfordert, darfst du mir das sagen.

Sarah und eine Kollegin am Straßenrand, beide mit
                                  Headset; die Kollegin zeigt den Daumen nach oben
Sarah und ein Fahrschüler angeschnallt im Auto, hinter
                                  ihnen liegt ein zusammengeklappter Rollstuhl

Du musst dich bei mir nicht verstellen

Manche Menschen haben gelernt, ihre Schwierigkeiten möglichst gut zu überspielen. Das musst du in meiner Fahrschule nicht. Wenn du gerade eine Pause brauchst, sag es. Wenn eine Anweisung für dich nicht eindeutig war, frag nach. Wenn dich etwas überfordert, können wir darüber sprechen. Und wenn du eine Erklärung anders brauchst, versuche ich es anders.

Ich kann dir nicht versprechen, dass jede Fahrstunde entspannt sein wird. Autofahren bedeutet auch, mit unerwarteten Situationen umgehen zu lernen. Aber ich kann darauf achten, wie wir dich darauf vorbereiten.

Diagnose? Keine Voraussetzung für ein Gespräch.

Vielleicht hast du eine Diagnose. Vielleicht bist du gerade in einer Diagnostik. Vielleicht vermutest du selbst, dass du neurodivergent bist. Oder du möchtest dich überhaupt keinem Begriff zuordnen und weißt einfach: So, wie andere lernen, funktioniert es für mich nicht besonders gut. Auch dann kannst du dich bei mir melden.

Für unsere Zusammenarbeit interessiert mich vor allem, was dir beim Lernen hilft und wo du Unterstützung brauchst.

Was ich nicht beurteilen kann

Ich bin Fahrlehrerin – keine Ärztin und keine Psychotherapeutin. Ich diagnostiziere weder Autismus noch ADHS und kann nicht beurteilen, ob eine medizinische oder behördliche Abklärung in deinem individuellen Fall erforderlich ist. Wenn entsprechende Fragen für deine Fahrerlaubnis geklärt werden müssen, gehören diese zu den zuständigen Fachleuten und Behörden.

Meine Aufgabe beginnt dort, wo Fahrausbildung beginnt: Ich möchte herausfinden, wie ich dir etwas so vermitteln kann, dass du es verstehen, anwenden und schließlich selbstständig umsetzen kannst.

Ausbildung zum Neurodiversitätscoach

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Du bist unsicher, ob wir zusammenpassen?

Dann können wir genau darüber sprechen. Du musst mir beim ersten Kontakt weder deine Lebensgeschichte erzählen noch eine Diagnose erklären. Sag mir einfach, was dir beim Lernen wichtig ist oder womit du bisher Schwierigkeiten hattest. Dann schauen wir gemeinsam, ob meine Art der Fahrausbildung zu dir passt.

Du musst nicht lernen wie alle anderen.

Du musst lernen, sicher Auto zu fahren.